Stories
Die Tür knarrt wie ein gähnender Wecker, und Luna tritt in eine Halle voller Zahnräder, Federn und Uhrzeiger, die wie silberne Fische an der Decke schwimmen.
Überall kleben Schilder: „Morgen“, „Mittag“, „Abend“, „Nacht“ – nur… alles liegt völlig falsch. In der Abendkiste steckt ein quietschfrischer Tagesbeginn im wunderschönen Sonnenlicht.
In der Morgenkiste schnarcht eine kleine Sternschnuppe und sabbert Sternenstaub.
An der Wand blinkt eine Lampe: „Bitte Uhren nicht füttern.“
„Ähm… hallo?“ ruft Luna. Zwei Gestalten schauen unter einer Werkbank hervor – die Gesichter mit Öl verschmiert, die Augen hell vor Tüftlerfreude.
„Tick“, sagt die Erste. „Tock“, sagt die Zweite. „Wir sind…“ – „…ein bisschen vertickt.“ – „…und vertockt.“
Beide nicken gleichzeitig und stoßen mit zwei Kaffeebechern an, auf denen Morgen und Abend steht – natürlich vertauscht.
„Wir haben die Zeit nach einem großen Ionensturm sortieren wollen“, erklärt Tick und zeigt auf eine riesige, auseinandergebaute Uhr. „Und dabei haben wir nun alles anscheinend durcheinandergebracht“, ergänzt Tock und drückt auf einen Knopf.
Ein Morgen springt kurz an, guckt verwirrt, setzt sich in die Abendkiste, und winkt entschuldigend.
Luna muss lachen. „Okay. Erst einmal tief durchatmen. Dann ordnen wir das schon.
Was braucht die Uhr, um wieder ruhig zu ticken?“
Zauberquant schwebt an Lunas Seite, sein blaues Licht ist warm wie ein Teelicht.
„Konstanz“, flüstert er. „Nicht schneller, nicht lauter – gleichmäßiger.“
Tick zieht eine Schublade auf: Sechs Zahnräder liegen drin – jedes mit einer kleinen Gravur:
Morgen, Mittag, Abend, Nacht, Tick, Tock.
„Wenn wir die in der richtigen Reihenfolge einsetzen, sortiert sich der Tag wieder wie von selbst“, sagt Tock.
„Aber die Hinweise sind… tja… tüftelig.“ Luna nickt zustimmend.
„Gut. Gebt mir alle Regeln. Und ein Möhrchen.“
Tick und Tock grinsen. Möhrchen? Da drüben auf dem Teller... und die Regeln? Die sind Hier:“ Luna liest konzentriert die Regeln:
Luna setzt sich, tüftelnd skizziert sie sechs Kästchen, und stubst die Hinweise mit einem stumpfen Bleistift wach.
„Okay, Parität wechseln, Mittag gerade, Abend ungerade… Tick und Tock als Duo… Morgen vor Abend… Nacht nicht rechts…“ Sie schiebt, radiert, schiebt wieder.
Zauberquant summt eine leise Melodie, die seltsamerweise hilft, wenn sie sich konzentriert.
„Wenn dein Kopf still wird, kehrt Ordnung ein“, sagt er. „Und wenn nicht, nimm einen Keks.“
Luna muss kichern. Typisch Zauberquant - dacht sie sich - „Keks hilft immer.“ schmunzelte sie Zauberquant lächend anschauend.
Dann leuchten plötzlich ihre Augen. „Ich hab’s.“
Sie legt die Zahnräder ein, eines nach dem anderen – jedes rastet jetzt satt ein, als würde es nach Hause kommen.
Die große Uhr holt tief Luft, tick… tock… und die Werkstatt wird spürbar ruhiger.
In der Abendkiste kuschelt sich nun der Abend wieder an die Dämmerung.
Der Morgen reckt sich und gähnt im richtigen Fach im frischen funkelnden Morgentau und Sonnenlicht.
Tick und Tock klatschen sich ab. „Geordnet!- Juhuuu“ – „gerettet"
„Und gelernt“, fügt Luna mit ihrer sanften Stimme glücklich hinzu.
„Man sortiert die Welt nicht mit Lärm, sondern mit klaren Regeln- Achte auf den im Takt!“
Tick zieht eine kleine Schachtel hervor. Darin schimmert ein blaues Siegel, wie ein Tropfen Himmel mit Gravur.
„Für dich“, flüstert Tock. „Portalsiegel: Konstanz.“
Luna lächelt Tock glücklich an. „Konstanz klingt so leise
. Aber trägt weit.“
flüsterte Tick.
Am Ende der Werkstatt öffnet sich eine Schiebetür – dahinter glüht ein Korridor aus Kupfer und Nachtblau.
An der Decke: Sternenkarten, die sich nur dann bewegen, wenn man nicht hinschaut.
Ein neuer Weg, still wie ein Gedanke.
„Bereit?“, fragt Zauberquant.
„Immer“, sagt Luna. „Einen Keks?“
„Wer den Takt versteht, macht aus Chaos Musik.“
⭐ Zurück zur Sternenkarte
– Zauberquant, leuchtendflüsternd