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Zauberquant®

Stories

Luna – Mein Zuhause auf der Erde

Serenya

13 Neidwind

Der Portalsaum glühte wie kaltes Mondlicht. Luna stand davor, die Pfoten fest, die Nase neugierig. „Riecht nach … Zitronenlimonade und Ärger“, murmelte sie. „Marke Vergleich“, flüsterte Zauberquant und blinkte neben ihr wie ein höflicher Stern. „"Wenn du durchgehst: nicht rennen, nicht schimpfen. Atmen.“ Luna trat hindurch. Die Luft dahinter war dünn und scharf, als hätte jemand den Himmel auf „zunehmend spitz“ gestellt.

Ein Wind fuhr über die Ebene – nicht einfach Wind, eher ein Neidwind. Er trug Flüstern mit sich, die sich an die Ohren hängten wie Kletten: „Schau mal, deren Stern ist heller.“ „Wenn du nur mehr hättest, wärst du …“ „Sieh nebenan! Sieh nebenan! Nebenan ist immer größer!“ „Dieser Wind braucht Manieren“, sagte Luna und hielt die Ohren fest, die jetzt wie zwei kleine Fahnen zappelten.

„Er ist hungrig“, summte Zauberquant. „Er ernährt sich vom Vergleichen.“ „Vor ihnen lagen Stände und Häuser, alle mit Spiegeln verkleidet. „

In den Fenstern sah Luna nicht sich, sondern immer irgendwen, der „besser“ aussah – ein bisschen glänzender, ein bisschen schneller, ein bisschen … nicht Luna. Die Straßenlaternen hießen Habenwill. Auf einem Marktplakat stand: „Glanz für alle – Frieden separat erhältlich.“

„Huh“, machte Luna. „Das ist wie ein Zirkus, in dem jeder jongliert, aber keiner die Bälle will fallen lassen.“ „Oder wie Eimer ohne Boden“, nickte Zauberquant. „Je mehr rein, desto leerer.“

Der Neidwind drehte auf. Er strubbelte Lunas Fell, flüsterte ihr fremde Wünsche ins Herz, ließ sie kurz stolpern. Für einen Atemzug war ihr Körper … durchscheinend – unter dem Fell blitzte eine zarte Menschenform auf, Hände wie Licht, die etwas Unsichtbares berühren wollten. Pling. Dann wieder Pfote. Fell. Luna. „Ups“, sagte sie leise. „Gesehen“, murmelte Zauberquant warm. „Nicht drängen. Alles zu seiner Zeit.“

Luna blieb stehen. Vier Atemzüge ein, sechs aus. Der Wind wollte sie kitzeln, schubsen, kleben – sie ließ ihn vorbeiziehen, als wäre er nur ein schlecht gelaunter Schal. "Ich höre dich, Wind. Aber ich gehöre mir.“ In den Spiegelhäusern flackerten Bilder: Wesen, die stapelten, kauften, zählten – und dabei dünn wurden wie Transparentpapier. Ein Kind presste die Stirn an eine Scheibe, als wollte es hindurch in einen anderen Himmel.

In den Ritzen zwischen den Steinen wuchsen kleine Schilder: „Mehr!“, „Noch eins!“, „Fast!“ – aber keiner las „Genug“. „Wie hilft man einem Ort, der sich wund gekauft hat?“, fragte Luna. „Man erinnert ihn an Wert, nicht an Preis“, sagte Zauberquant. „Und an Würde.“

Am Rand des Marktes stand ein Brunnen. Er war leer. Nur Staub und das Echo von Münzen, die nie angekommen waren. Luna sprang hinein, setzte sich in die Mitte und legte die Pfote auf den Boden. „Ich mag dich“, sagte sie in den Brunnen, als wäre er schüchtern. Etwas unter ihr vibrierte – erst wie das Summen einer Biene, dann wie der Anfang einer Melodie.

Ein dünner Wasserfaden suchte sich den Weg nach oben, zitterte, traute sich ein bisschen mehr.

Der Neidwind wurde neugierig und pustete von allen Seiten. Doch Luna lächelte nur und atmete. Der Faden wurde zu einem Lichtlauf, der über den Brunnenrand sprang und als kleine, klare Pfütze auf dem Platz landete.

Ein Wesen blieb stehen, sah sein eigenes Gesicht darin – nicht größer, nicht kleiner, einfach wahr – und atmete auf. „Siehst du das?“ flüsterte Luna. „Wert statt Preis“, nickte Zauberquant. „Das mögen auch Winde, wenn sie satt sind.“ Der Markt wurde nicht plötzlich brav. Aber er wurde leiser.

Etwas wie Seren… huschte über den Himmel – ein Wort, das sich nicht ganz traute, in voller Größe zu erscheinen. Noch nicht. „Zauberquant?“, fragte Luna, ohne den Blick vom Himmel zu nehmen. „Ja?“

„Was, wenn der Neidwind nicht nur hier weht?"

"Was, wenn er…“ – sie stockte.

In einer Spiegelplatte am Rand des Brunnens sah sie einen weißen, fensterlosen Raum. Auf dem Boden saß ein Junge, ganz still, als hielte er Funken in der Hand, die niemand sehen durfte.

Das Bild flackerte, wie eine Erinnerung, die um Erlaubnis bat. Dann war es weg.

„Was wenn er…woanders etwas festhält“, beendete Luna ihre Frage leise.

Zauberquant glomm warm. „Nun wird es Zeit. Schau genau hin. Hier. Und dort.“ Der Himmel krümmte sich, als mache er Platz.

Am Portalsaum erschien ein Schriftzug, der flackernd ins Blau getippt wurde, Buchstabe für Buchstabe

– S E R E N Y A –

– und gleich darauf wieder halb verschwand, als habe er Angst, zu viel zu versprechen.

Luna stand auf dem Brunnenrand, das Fell noch voller Wind, das Herz still wie eine stehende Uhr, die gerade erst richtig tickt. „Serenya“, sagte sie, probierte das Wort im Mund. Es schmeckte nach Frühnebel und Mut.

„Bist du bereit?“, fragte Zauberquant. „Bereit genug“, sagte Luna. „Und neugierig bis zu den Ohren.“

Der Portalsaum antwortete mit einem leisen pling. Der Neidwind hielt kurz den Atem an – als hätte er verstanden, dass hier jemand nicht mehr mitflattert.

„Vergleiche sind schiefe Spiegel."
– Zauberquant, leuchtendflüsternd

„Teaser: Kapitel 3: Jenseits des großen Portals wartet ein Zimmer ohne Zeiger – und ein Junge, dessen Fragen die Wände nicht mehr halten können.

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