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Zauberquant®

Stories

Luna – Mein Zuhause auf der Erde

Valoorie

12 Der Markt der Möglichkeiten

Der Platz war riesig wie ein Traum, der zu groß geraten war. Stände aus Licht und Stoff, Gerüche von Zimt, Regen und frisch geschärften Bleistiften. Überall Schilder: „Neue Wege – 3 für 2!“ „Sofort-Mut (ohne Garantie)!“ „10 Hobbys pro Minute – jetzt testen!“

„Das wird… lebhaft“, sagte Luna und zog die Ohren nach oben. „Markt der Möglichkeiten“, flüsterte Zauberquant. „Hier sagt jede Entscheidung: Vielleicht.“ „Sie nahm einen Schritt nach links – plopp – neben ihr stand eine zweite Luna mit dem gleichen Funkeln in den Augen. „Vielleicht links!“ sagte die neue. Luna machte zwei Schritte nach rechts – plopp plopp – zwei weitere Lunas erschienen. „Vielleicht rechts!“ „Vielleicht doch rechts-rechts!“

„Bald wimmelte der Platz von Vielleicht-Lunas: eine mit Forscherbrille, eine mit Umhang, eine mit drei Eisbechern (alle Pistazie), eine, die sehr ernst eine Liste schrieb: „Sofort – Später – Niemals“. „Es wurde so voll, dass selbst der Wind um Entschuldigung bat.

„Ich wusste nicht, dass ich so viele bin“, murmelte Luna. Zauberquant kicherte. „Du bist nicht viele. Du bist möglich.“

„Die Händler machten Angebote. „Nimm die Sternenflöte – du wirst überall zuerst gehört!“ „Oder den Turbogedanken, 200 Prozent schneller als dein Bauch!“ „Oder das Mäntelchen Allen gefallen – passt jedem, der nicht passt!“

„Luna lächelte höflich. In der Menge blinzelte etwas – kaum mehr als ein Schimmer.

„Für einen Herzschlag hatte sie das Gefühl, ihr Fell sei durchsichtig wie Wasser, und unter dem Fell zeichnete sich für einen Augenblick eine durchscheinende Menschenform ab: Hände, die nach etwas Unsichtbarem griffen; Schultern, die „Ich kann“ atmeten. Pling. Dann wieder Pfote, Fell, Luna. „Hast du das gesehen?“, flüsterte sie. Zauberquant glomm warm. „Nur, wenn du mir sagen möchtest, was ich gesehen habe.“ „Vielleicht… später“, sagte Luna, und ihr Lächeln war ein Geheimnis.

„Die Vielleicht-Lunas begannen zu reden. Alle gleichzeitig. „Lass uns tausend Dinge anfangen!“ – „Nein, nur das Beste!“ – „Oder alles, aber perfekt!“ Der Platz wurde laut.

„Eine Luna mit Kapitänsmütze wollte auf das Karussell „Erfolg sofort“.

„Eine andere übte schon mal Applaus. Eine dritte winkte Luna nervös zu: „Wenn wir uns jetzt nicht entscheiden, entscheiden wir uns nie!“ „„Ich glaub, ich brauche… Ordnung“, sagte Luna.

„"Nicht die Welt sortieren“, summte Zauberquant. „Dich sortieren.“ „Luna setzte sich mitten auf den Platz und zeichnete mit einer Pfote ein Kreuz in den Staub: vier kleine Felder. „Sie nannte sie Herz, Fokus, Mut, Ruhe. „Ich falte meine Vielleicht-Lunas ein“, sagte sie. „Nicht weg. Aber im Griff.“

„Sie stand auf und ging zur Luna mit den drei Eisbechern. „Dich mag ich“, sagte sie. „Du erinnerst mich an Freude. „Aber heute bin ich Fokus. Komm runter, ja?“ „Die Eis-Luna nickte, lächelte, und löste sich in einen glitzernden Streifen, der sanft in Lunas Brust verschwand – wie eine Erinnerung, die ihren Platz gefunden hatte.

„Zur Kapitäns-Luna sagte sie: „Mut ist gut. Aber nicht lauter als mein Herz.“ "Falt".

„Zur Listen-Luna: „Danke. Du bleibst. Du hilfst mir, Später nicht wie Nie zu fühlen.“ "Falt".

„Zur Perfekt-Luna: „Dich setz’ ich in die Ecke. Du darfst staunen, wenn Unperfektes klappt.“ "Falt" – mit Augenzwinkern.

„Mit jedem liebevollen „Falt“ wurde der Platz stiller – jedoch nicht leer, sondern geordnet. „Die Händler zogen weiter, suchten lautere Ecken. Über Lunas Pfoten lag das Gefühl, das man hat, wenn man einen Rucksack neu packt und plötzlich Luft drin ist.

„Wie entscheidest du?“, fragte Zauberquant. „Nicht was am meisten glänzt“, sagte Luna. „Was am besten trägt.“ „Aber woher weißt du, was trägt?“ „Es macht mich leiser. Nicht kleiner – sondern klarer.“

„Sie gingen weiter durch den Markt.

„Ein Stand bot „Namen zum Ausprobieren“ an. „Heute nur echte“, sagte Luna freundlich. „Wie schade“, seufzte der Händler und verkaufte

„Sir Knusperpelz“

an einen vorbeirennenden Kater.

„Wieder dieses Blinzeln. Für ein paar Herzschläge sah Luna das Flimmern der Menschenform in sich – ein Lichtkörper, zart wie Seide im Wind. „Die Hände darin sahen aus, als könnten sie Türen öffnen, die man nur mit Worten berührt. Luna fühlte, wie etwas in ihr Ja sagte, sehr leise und sehr bestimmt. „Dann war wieder Fell da. Pfote. Luna.

„„Manchmal“, flüsterte sie, „fühle ich mich, als wäre ich… im Werden.“ „Werden ist kein Fehler“, sagte Zauberquant. „Es ist ein Weg.“

„Am Ende des Marktes stand ein Tor, schmal wie ein ernstes Versprechen. Darüber hing kein Preisschild. Nur ein Satz in sehr ruhiger Schrift:

„Portal Prioris – Nur wer weiß, was zuerst kommt, darf weiter.“

„Daneben lag eine kleine Schale mit vier Steinen: „Heute, „Morgen, „Später, „Niemals.

„Und darüber vier leere Felder. „Die schwierigste Schleuse“, sagte Zauberquant leise und gespannt.

„„Kein Rätsel, keine Falle. Nur Reihenfolge.“ Luna dachte an alles, was sie gelernt hatte. Atem, Mut und Lachen, Fokus, Geduld, Zuwendung, das sanfte Glimmen der Menschenform, die manchmal auftauchte wie eine Idee.

„Sie legte die Steine. „Heute – Herz: Zuwendung. „Hören. Einem Wesen helfen, wenn es Hilfe braucht. „Morgen – Fokus: Einen Weg üben, statt zehn zu wollen. „Später – Mut: Wenn es darauf ankommt, stehen bleiben – oder gehen. „Niemals – Allen gefallen: Liebe ist nicht „allen recht“.

„Als sie den letzten Stein legte, vibrierte das Tor, als ob es sich über ein gut sortiertes Regal freute. „Der Spalt wurde zu einem Weg aus sanften Flächen, die unter ihrer Pfote plong machten, als wären sie sehr höflich.

„„Bereit?“, fragte Zauberquant. „Ich bin bereit genug“, sagte Luna. „Das ist besser als perfekt.“ zwinkerte Zauberquant.

„Sie ging. Und während sie ging, geschah etwas Merkwürdiges mit dem Licht. Es legte sich um sie wie Wasser, und für einen Atemzug sah sie sich nicht als Hund, sondern als Jemand mit zwei Händen, die lernten, zart zuzugreifen. Nicht ganz, nicht lange – nur so viel, dass ihr Herz wusste: Ja, irgendwann. Dann war wieder Luna da, Pfote, Fell und ihr Blick, der nicht wackelte. „Hinter dem Tor war es still, wie vor einem ersten Satz.

„In der Stille hing ein sehr fernes Geräusch, das nicht hierher gehörte: ein Atem hinter Glas, ein Raum, der weiß sein wollte, Stühle, die keine Geschichten erzählen durften.

„"Hörst du das?“, flüsterte Luna. „Ein Junge“, sagte Zauberquant, „auf einem Planeten, wo man Fähigkeiten zählt wie Fehler. Eine Klinik, die ihn nicht versteht. Medizin, die nur findet, was nicht kaputt ist.“ „Luna spürte, wie sich ihre Pfote fester auf den Boden legte. „Vielleicht braucht er jemanden?“ „Vielleicht braucht er dich“, sagte Zauberquant.

„"Aber zuerst müssen wir durch dieses große Portal kommen. Es prüft nicht, ob du stark bist. Es prüft, ob du glasklar bist.“ Luna nickte. Sie atmete vier ein, sechs aus. Die Vielleicht-Lunas in ihr saßen friedlich wie Origami im Herzen. „Der Weg vor ihr leuchtete so viel, wie man für einen Schritt braucht.

„„Zauberquant?“, fragte sie, kurz bevor sie den Fuß hob. „Ja, Luna?“ „Wenn ich einmal Mensch werde – nur kurz oder länger – bin ich dann noch ich?“ Zauberquant lächelte in einem sanften in Blau. „Form ist Kleidung. Du bist, wer sie trägt.“ „Luna lachte – leise, mutig. „Dann passt mir heute ja noch Fell.“ „Steht dir ausgezeichnet.“, sagte Zauberquant blinkend. Sie gingen los, und die Welt ließ von innen ab.

„Hinter ihr verstummte der Markt, aber nicht, weil er leer war. Sondern weil sich Luna endlich ein Herz nahm und wählte.

„Wähle nicht, was am hellsten schreit. Wähle, was am tiefsten leuchtet."
– Zauberquant, leuchtendflüsternd

„Teaser: Kapitel 3: Jenseits des großen Portals wartet ein Zimmer ohne Zeiger – und ein Junge, dessen Fragen die Wände nicht mehr halten können.

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