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Zauberquant®

Stories

Luna – Mein Zuhause auf der Erde

Valoorie

10 Der Gartenplanet Hortalia

Luna landete weich wie Tau auf einem Planeten, der nach Minze und warmem Regen roch. Über ihr schwebten Inseln aus Erde, an deren Rändern Wurzeln wie goldene Quasten hingen. Aus manchen schossen leise Fontänen aus Pollen, andere trugen Bäume, deren Kronen im Wind Glockentöne spielten.

„Willkommen auf Hortalia,“ flüsterte Zauberquant und blinkte neben ihr wie ein blauer Stern, der kichern konnte. „Hier wächst nicht nur Grün. Hier wachsen Antworten—aber nur, wenn die Frage mit Herz gepflanzt wird.“ „Klingt nach Gartenarbeit mit Denksport,“ sagte Luna und schnupperte. „Und nach Tee.“

„Sie folgten einem Pfad aus Moos. Links summten Plapperpollen—winzige, flauschige Wolken, die ständig etwas vorschlugen: „Schnell hier entlang!“ „Nein da!“ „Oder lieber überall!“ Rechts raschelte ein Beet aus Bücherblättern: Auf ihren Blattadern standen Wörter, die sich im Wind neu sortierten. „In der Mitte des Gartens lag ein Kreis aus trockener Erde. Darauf stand ein Schild: „Das Stille Beet“. „Nichts wuchs dort. Nicht einmal Unkraut traute sich.

„Der Planet hat eine Bitte,“ murmelte Zauberquant. „Etwas Wichtiges ist hier eingeschlafen.“ „Luna kniete sich hin. Die trockene Erde war warm wie ein Schlafsack nach einem langen Tag. „Was fehlt dir?“ fragte sie flüsternd. Kein Wind, kein Ton. Nur ihr Herz. Eins, zwei, drei, vier… aus… zwei, drei, vier, fünf, sechs. „Ich kann gießen,“ sagte Luna nach einer Weile. „Oder oder —“ „Oder hören,“ flüsterte Zauberquant. „Luna blieb. Fünf Minuten. Zehn. Die Plapperpollen drängelten: „Du musst doch tun!“—„Schneller!“—„Sofort!“ „Luna lächelte zu ihnen: „Ich tu ja etwas. Ich bleibe.“

„Nach einer Weile vibrierte die Erde unter ihrer Pfote wie ein leises Schnurren. Lupenfein hob sich ein Staubkorn. „Dann noch eins. Ein kleiner Keim zeigte sich, weiß und zaghaft wie ein Fragezeichen. „Hallo, du,“ sagte Luna und lächelte so freundlich, dass selbst der Stein neben ihr weich geworden ist. „Keine Eile.“ Der Keim zitterte. Ein Blatt entfaltete sich. Es roch nach frisch aufgeschlagenem Heft. „Wie hast du das gemacht?“ Die Stimme klang wie Kiesel, die im Bach rollen.

„Neben Luna stand eine Gestalt aus Moos und Licht—die Hüterin des Gartens. Ihre Augen hatten die Farbe von tiefen Teichen. „Wir haben gegossen, gepflanzt, gegossen. Nichts. Und du… sitzt.“ „Ich habe nur zugehört,“ sagte Luna. „Und gewartet, bis der Keim etwas sagen wollte.“ „Zauberquant nickte. „Das ist Lunas Superkraft: Zuwendung. Geduld, die nicht drängelt. „Aufmerksamkeit, die nicht zerrt.“

„Die Hüterin lächelte. „Dann ist Hortalia in guten Pfoten. Willst du dein erstes Geheimnis?“ „Sie streute Luna eine Handvoll Fragenseeds in die Pfote—Keime, die wie winzige Fragezeichen aussahen. „Pflanze einen. Aber nicht, um eine Antwort zu erhalten. Pflanze ihn, um die Frage zu verstehen.“ „Luna setzte einen Seed in das Stille Beet und legte die Pfote darauf. Die Frage, die sie dachte, war klein und ehrlich: Was brauche ich wirklich—heute? „Nichts geschah. Dann wuchs ein Stängel, spiralförmig und klar. An seiner Spitze öffnete sich eine Blüte, deren Blätter innen spiegelten. „Auf den Spiegeln erschien nicht "Kram“ und „Mehr“, sondern: „Zeit. Frische Luft. Ein gutes Wort.“ Luna nickte. „Das reicht mir.“

„Sie pflanzte einen zweiten Seed, diesmal mit einer schwereren Frage: Wohin möchte ich, wenn keiner schaut? „Die Blüte zeigte einen Pfad, der nicht auf der Karte stand—eine schmale Spur aus Schimmern, die hinter der nächsten Hecke verschwand. „Der Garten schien kurz zu seufzen, als hätte er etwas losgelassen, das er zu lange festgehalten hatte. „Du hast es,“ sagte die Hüterin. „Die alte Fähigkeit der Gärtner von Hortalia: Lichtpfade lesen. Wenn du eine ehrliche Frage pflanzt, wächst der nächste Schritt.“ „Zauberquant tanzte im Kreis. „Luna, du bist jetzt offiziell eine Fragen-Gärtnerin. „Mit Hut und allem?“ „Habe ich einen Hut?“ fragte Luna hoffnungsvoll. „Nur wenn du ihn selbst pflanzt,“ kicherte Zauberquant.

„Ein Schatten huschte am Rand der Wiese entlang—die Plapperpollen hatten sich zu einer Wirbelwolke verbunden. „Schnell - die Wirbelwolke brabbelte noch zwei Sekunden, wurde dann kleiner, und driftete beleidigt, aber friedlich davon.

„Hinter der Hecke lag ein See, so still, dass er den Himmel nicht spiegelte, sondern schrieb. Über dem Wasser hingen leuchtende Samen, jeder mit einem dünnen Schweif wie ein Komet. „Auf einem Stein saß ein kleines Wesen aus Rinde und Moos—Tannin, ein junger Gärtner, mit einem Gesicht wie eine Landkarte nach dem Regen. „Ich bekomme sie einfach nicht zum Wachsen,“ sagte er verzweifelt. „Ich will, dass sie endlich groß werden, jetzt gleich, alle auf einmal!“ „Luna setzte sich neben ihn. „Und was, wenn sie klein bleiben, bis sie groß sind?“ „Aber ich habe so viele Fragen!“ rief Tannin. „Gute Nachrichten,“ sagte Luna.

„Fragen sind keine Bomben. Sie sind Samen. Du musst nicht alle sofort sprengen.“ „Tannin starrte auf den See. „Und wenn ich die falsche Frage pflanze?“ „Luna pflanzte einen Seed neben ihn, dachte: Was ist jetzt ein guter erster Schritt? Am Ufer wuchs ein schmaler Steg aus Blättern. Gerade lang genug, um bis zu einem einzigen schwebenden Samen zu reichen. „Tannin holte ihn vorsichtig herunter. Er glühte in seiner Hand wie ein warmes Nein-oder-Ja? „Oh,“ sagte Tannin leise. „Einer reicht ja schon.“ „Für heute,“ nickte Luna zustimmend. „Morgen gibt es morgen.“

„Zauberquant lehnte sich an eine Luftwurzel. „Darf ich philosophisch klingen?“ „Du klingst immer philosophisch,“ zwinkerte Luna. „Perfekt. Dann sag ich es: Deine Welt wächst in der Reihenfolge deiner Zuwendung. Was du freundlich anschaust, wird mutig.“

Den Rest des Tages verbrachten sie damit, Fragen zu pflanzen.

„Große Fragen bekamen tiefe Wurzeln; kleine Fragen wurden Blüten, die schnell wieder fielen und den Boden fruchtbar machten. Manchmal kam keine Antwort, nur Stille. Das war in Ordnung. Manchmal kam eine Frage zurück und wollte umgepflanzt werden. Das ist auch in Ordnung. „Als die erste Dämmerung Blumen an die Wolken malte, brachte die Hüterin ein kleines Kästchen. Darin lag ein Portalsiegel: eine runde Scheibe, in die feine Linien wie Adern graviert waren—ein Blatt und ein Stern zugleich. „Wenn Luna es berührte, spürte sie das sanfte Summen der Wahrheit. „Wofür ist es?“ fragte sie.

„Für deine neue Fähigkeit,“ sagte die Hüterin. „Zuwendung als Zauber. Wenn du sie einsetzt, zeigt dir die Welt den nächsten Lichtpfad. Nicht zehn Schritte. Nur den nächsten. Das genügt.“ Luna blickte zum Himmel, wo die schwebenden Inseln langsam wie Eisschollen drifteten.

„"Zauberquant,“ sagte sie leise. „Glaubst du, wir finden irgendwann alle Antworten?“ Luna dachte insgeheim an ihre geheime Frage. „Vielleicht sind Antworten wie Bäume,“ flüsterte Zauberquant. „Du kannst nicht auf alle auf einmal klettern. Aber du kannst wissen, warum du gerade genau auf diesen kletterst.“ „Und wenn ich falle?“ „Dann pflanzt du geschickt deine Frage. Und stehst wieder auf.“ Luna lächelte. „Das klingt… schön.“ „Sie legte das Siegel an ihr Herz, atmete vier ein, sechs aus, und ging los—dem schmalen Lichtpfad nach, der nicht prahlte, sondern einlud. Tannin winkte; die Hüterin neigte das Haupt. Die Plapperpollen schwebten wie neugierige Schäfchen hinterher, diesmal ohne zu drängeln.

„Am Rand des Gartens betrat Luna einen Bogen aus Ranken. Dahinter begann ein Weg, der auf den ersten Blick nichts Besonderes war—ein Pfad aus Staub, Sonne und Zeit. Genau richtig. Zauberquant schwebte auf ihre Pfotenhöhe. „Darf ich noch weise klingen? Nur ein bisschen.“ „Ein bisschen,“ erwiderte Luna zwinkernd. „Zauberquant: „Zuwendung ist stille Magie. Wer freundlich schaut, macht Wege sichtbar.“ „Dann schauen wir freundlich weiter,“ sagte Luna.

„Und Hortalia antwortete mit einem ganz leisen, zufriedenen Summen—wie ein Garten, der verstanden worden war. Die Plapperpollen winkten nun schwer beeindruckt und wurden sogar ganz still.

Vor Luna wartete das nächste Portal. Insgeheim nahm sie sich ein Herz und stellte nun endlich ganz mutig und ohne zu sprechen ihre geheime Frage und verließ Hortalia durch das Portal schwebend gemeinsam mit Zauberquant.

"Bereit? fragte Zauberquant. "Bereit" antwortete Luna ganz locker und glücklich.

„Die Geduld ist kein Warten, sie ist eine starke und leise Kraft."
– Zauberquant, leuchtendflüsternd
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